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Kräuterwissen

Rezepte aus der Hexenküche
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Kräuterwissen

Beitragvon Sheewa » 2. August 2007, 15:24

Sheewa schrieb am 10.05.2006 10:19 Uhr:
Kräuterwissen

Beinwell (Symphytum officinale)

Kein Kraut gilt als so wundertätig wie Beinwell. Seine Blätter enthalten eine eindrucksvolle Liste gesunder Substanzen, zum Beispiel Kalzium, Kalium, Phosphor, Vitamin A, C und vor allem B12, jedoch nicht in genügender Menge, um unsern täglichen Bedarf zu decken. Beinwellblätter enthalten mehr Protein als jede andere bekannte Pflanze. Je nach Klima kann man zwei- bis fünfmal im Jahr ernten. Beinwell bildet mindestens 3 m lange Pfahlwurzeln und transportiert so Feuchtigkeit und wertvolle Mineralien in die oberen Regionen. Blatt und Wurzel enthalten Allantoin, ein Protein, das die Zellteilung fördert. Bemerkenswerte Heilungen werden dieser Pflanze zugeschrieben, von hartnäckigen Beingeschwüren bis zu Knochenbrüchen.

Anbau
Standort: Vollsonnig. Standort gut überlegen, da schwer auszumerzen.
Boden: Stickstoffreich, pH-neutral.
Anpflanzung: Mittels Wurzeltrieben jederzeit ausser mitten im Winter.
Pflege: Auf 60 cm Abstand umsetzen. Der Nährstoffgehalt wird grösser, wenn jede Pflanze im Frühling und Spätsommer einen Eimer frischen Mist erhält.
Ernte: Blätter im Hochsommer, Wurzeln im Spätherbst oder Winter.
Aufbewahrung: Wurzeln säubern, fein zerhacken und trocknen. Blätter trocknen oder zu hautheilendem Beinwell-Öl verarbeiten.

Verwendung
Küche: Blatt: Junge Blätter in Salat. Wie Spinat kochen oder in Fett ausbacken. Stengel: Blanchieren und wie Spargel kochen.
Haushalt: Blatt: 4 Wochen in Wasser einlegen, ergibt idealen Dünger für Tomaten und Kartoffeln. Blätter abnehmen, 48 Stunden welken lassen und als Mulch verwenden. Frische Blätter sieden, gibt goldfarbenen Textilfarbstoff.
Kosmetik: Blatt und Wurzel: Einweichen und in Badewasser und Lotionen geben, macht weiche, gesunde Haut.
Gesundheit: Blatt: «Öl» für äusserliche Anwendung. Saubere, trockene Blätter in 25 mm breite Vierecke schneiden. In dunklen Topf geben. Mit Schraubverschluss verschliessen. 2 Jahre stehen lassen, nicht öffnen. Dann das «Öl» in kleinere Gefässe umgiessen. Bei Ekzemen und anderen Hautentzündungen anwenden. Umschläge aus frischen Blättern helfen bei rauher Haut, schmerzenden Gelenken, offenen Wunden, Verbrennungen, Schnittwunden, Verstauchungen. Blatt und Wurzel: Als Tee gegen Magengeschwüre und Husten.



Borretsch (Borago officinalis)

Alle historischen Beschreibungen des Borretschs betonen seine Fähigkeit, Männer und Frauen glücklich und fröhlich zu machen, das Herz zu beruhigen, Traurigkeit zu verscheuchen und Mut zu verleihen. Die Blüten haben ein schönes, reines Blau. Und wurden im Mittelalter auf prächtige Wandbehänge gestickt und auf die Schärpen von Turnierkämpfern. Sie wurden in Kräuter- und Stundenbüchern in die Verzierungen der Seitenränder einbezogen. Sie schwammen auf dem Abschiedstrunk, der Kreuzfahrern kredenzt wurde. Die edlen Eigenschaften des Borretschs beruhen vielleicht auf seinem hohen Gehalt an Kalzium, Kalium und Mineralsalzen.

Anbau
Standort: Offen und sonnig.
Boden: leicht und trocken, gut dräniert.
Vermehrung: An Standort oder einzeln in Töpfe säen im Frühjahr für Sommerblüten, im Herbst für Frühlingsblüten. Versamt sich reichlich in leichtem Boden.
Pflege: Mit 30 cm Abstand setzen.
Ernte: Blüten und Blätter abnehmen.
Aufbewahrung: Blüten trocknen, in Eiswürfeln einfrieren, kandieren.

Verwendung
Küche: Junge Blätter: Kalten Drinks beigeben wegen ihres Gurkengeschmacks und ihrer kühlenden Wirkung. Fein zerhackt in Salat, Joghurt, Weichkäse, und Sandwiches. Als oder mit Spinat kochen. In Raviolifüllungen geben.
Haushalt: Blüte: lockt Bienen in den Garten, ganze Pflanze zu Erdbeeren pflanzen, ergibt gegenseitige Wachstumsförderung. Kann, wenn neben Tomaten gepflanzt, die Tomatenschwärmerraupe vertreiben. Beim Verbrennen entstehen durch den hohen Kaliumnitrat-Gehalt leise Explosionslaute wie ein Feuerwerk.
Kosmetik: Blatt: In Gesichtspacknng gegen trockene Haut. Mit Gerste und Kleie in einen Badebeutel, reinigt die Haut und macht sie weich.
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Re: Kräuterwissen

Beitragvon Sheewa » 2. August 2007, 15:25

Sheewa schrieb am 10.05.2006 10:21 Uhr:
Eibisch (Althaea officinalis)

Aus Eibischwurzel wurden früher Süssigkeiten in der Art von türkischem Honig hergestellt. Pulverisiert quillt sie im Wasser auf und wurde mit Zucker zu einer süssen Paste erhitzt. Eibisch ist eine der über 1000 Arten der Familie Maluaceae. Alle enthalten einen heilsamen Schleim. Althaea geht auf das griechische altho, heilen, zurück. Der aus China stammende Eibisch wurde von den Ägyptern und Syriern gegessen und von Pythagoras, Plato und Vergil erwähnt. Die Römer liebten ihn in Gerstensuppe und in einer Spanferkelfüllung, und klassische Kräuterfachkundige lobten seine milde, verdauungsfördernde Wirkung.

Anbau
Standort: Vollsonnig.
Boden: Feucht, mässig fruchtbar.
Vermehrung: Säen im Frühjahr oder Wurzelstock zerteilen.
Pflege: Auf 30 cm Abstand ausdünnen oder auseinander setzen, im 2. Jahr wiederum ausdünnen auf 60 cm. Nicht geeignet als Hauspflanze.
Ernte: Samen ernten, wenn reif. Blätter nach Bedarf pflücken. Wurzeln im Herbst ausgraben.
Aufbewahrung: Samen und Blätter trocknen. Wurzeln schaben und trocknen oder zu Sirup kochen.

Verwendung
Küche: Samen: Frische Samen allein oder wie Nüsse auf Salat gestreut essen. Blüte: In Salate. Blatt: Junge Blätter zu Salaten. Als Gemüse dämpfen. Wurzel Weichkochen, dann backen.
Kosmetik: Blatt und Wurzel: Blätter sieden oder Flüssigkeit von eingelegter Wurzel warm oder kalt als beruhigenden Schleim für trockene Hände, Sonnenbrand und trockenes Haar verwenden. Wurzel sieden, mehliges Nebenprodukt auf der Wasseroberfläche abschöpfen und als milde Seife für Problemhaut verwenden.



Eisenkraut (Verbena officinalis)

Es ist seltsam, dass ein so unauffälliges Kraut wie Eisenkraut so vielen Kulturen als heilig galt. In Ägypten glaubte man, es sei aus den Tränen der Göttin Isis entstanden, und griechische Priester trugen seine Wurzel in ihren Gewändern. Weil es der Venus geweiht war, bereitete man damit Liebestränke zu. Die chinesischen Namen «Drachenzähnegras» und «Eisengras» deuten auf verborgene Kräfte. Verbena war das römische Wort für Altarpflanzen, die der Reinigung des Geistes dienten. Auch die Druiden wuschen ihre Altäre mit Eisenkraut-Tee und gaben es zu ihrem Läuterungswasser, das ihnen zu Visionen verhalf. Für die Magie, die mystischen Weisen Persiens, war es das Kraut der Wahrsagung. Die Angelsachsen verehrten Eisenkraut als mächtigen Beschützer; es ist in der Heiligen Salbe enthalten, die gegen Krankheitsdämonen schützt.

Anbau
Standort: Sonne oder Halbschatten.
Boden: Fruchtbarer, gut dränierter Lehmboden.
Vermehrung: Im Frühling bei 18- 21 oC säen. Keimt unrégelmässig, kann 3-4 Wochen brauchen.
Pflege: Auf 30 cm Abstand ausdünnen oder verpflanzen. Kann im Haus gezogen werden.
Ernte: Blätter nach Bedarf, ganze .Pflanze, wenn blühend.
Aufbewahrung: Blätter oder ganze Pflanze trocknen.

Verwendung
Küche: Blatt: Wegen seines Rufs als Liebeskraut wurde Eisenkraut in Gerichten und Likören verwendet.
Kosmetik: Blatt: Aus Tee aufgiessen und in Kompresse für müde Augen oder entzündete Augenlider verwenden. Als Augenbad absieden. Die Viktorianer betrachteten Eisenkraut als ausgezeichneten Haarfestiger, besonders, wenn mit Rosmarin gemischt: Tee in die Kopfhaut massieren und damit Haar spülen. Eisenkraut wurde verwendet in einem der ersten kommerziellen Haar-Tonika.
Gesundheit: Ganze Pflanze: Als Tee aufgiessen zur Verdauungsförderung, als beruhigenden Schlaftrunk nach nervöser Erschöpfung, zum Entgiften und um den Urinfluss zu fördern, zum Waschen von Quetschungen und zur Kühlung einer fiebrigen Stirn. Chinesische Kräuterärzte verwendeten einen Absud, um die Menstruation in Gang zu bringen, bei Leberstörungen und Infektionen der Harnwege. Blatt: Als Gurgelwasser gegen Halsweh aufgiessen. Ein Umschlag aus getrockneten Blättern behandelt Wunden.
Achtung: Mit Vorsicht anwenden.
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Re: Kräuterwissen

Beitragvon Sheewa » 2. August 2007, 15:26

Sheewa schrieb am 10.05.2006 10:21 Uhr:
Engelwurz (Angelica archangelica)


Eine alte und hocharomatische Pflanze, wird Engelwurz im Volksglauben nordeuropäischer Länder als Allheilmittel gepriesen. Ihr Name wird damit erklärt, dass sie, nach dem alten Kalender, um den Michaelstag herum, im Mai, erblüht. Engelwurz liebt Feuchtigkeit und wächst in feuchten Wiesen und an Bachrändern. Ihre grossen, tropisch erscheinenden Blätter verleihen dem Garten ein üppiges Aussehen.

Anbau
Standort: Halbschatten. Bei vollsonniger Lage mulchen.
Boden: Tief und feucht. Vermehrung: Sich selbst versamen lassen oder frisch im Frühherbst säen. Vorsicht beim Einkauf von Samen; er ist höchstens drei Monate lebensfähig.
Pflege: Setzlinge im Frühjahr umsetzen, ehe sie Pfahlwurzeln gemacht haben. Enen Quadratmeter Raum zwischen den Pflanzen lassen.
Ernte: Stengel zum Kandieren vor dem Hochsommer schneiden. Blätter vor der Blüte abnehmen. Reifen Samen im Spätsommer einsammeln. Wurzel im ersten Herbst ausgraben.
Aufbewahrung: Getrocknete Blätter und Wurzel. Kandierte Stengel.

Verwendung
Dekoration: Blüte: Getrocknete Blütendolden ergeben prächtige Wintersträusse. Blatt: Die langstieligen Blätter sehen schön aus in einer Vase.
Küche: Samen: Mit Stengeln vermischt in Drinks, z. B. Gin, Wermut und Chartreuse. Blatt: Mit sauren Früchten kochen, um den Zuckerbedarf zu vermindern. Frisch zerhackte Blätter in Minzensauce und Mayonnaise mischen Stengel: Kandieren für dekorative Zwecke.
Kosmetik: Blatt: Entspannendes Bad bereiten.
Aroma: Samen: In Wärmepfanne verbrannt, parfümiert er ein Zimmer.
Gesundheit: Blatt: Zerstossene Blätter verbessern im Auto die Luft und beugen Reisekrankheit vor.


Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Der Name Alchemilla kommt vom arabischen alkemelych (Alchimie), heisst also ungefähr «kleiner Zauberer». Dies, weil das Kraut hohen therapeutischen Ruf geniesst, und wegen der Tautropfen, die sich in seinen umhüllenden Blättern sammeln. Die kristallenen Tautropfen inspirierten Dichter und Alchimisten seit jeher und gehörten zu vielerlei mystischen Tränken. Das mächtige Kraut wurde von der christlichen Kirche annektiert, sie nannte es «Unserer lieben Frauen Mantel». Er reguliert Perioden, erleichtert die Menopause und kann Entzündungen der weiblichen Organe heilen. A. vulgaris ist ein Sammelname für 21 Arten, die ähnliche Heilkräfte haben.

Anbau
Standort: Vollsonnig, teils schattig.
Boden: Feuchter, alkalischer Lehm.
Vermehrung: Säen oder im Herbst bzw. Frühling teilen.
Pflege: Ausdünnen oder 60 cm auseinandersetzen.
Ernte: Grosse Blätter nach Bedarf pflücken. Am besten sind sie während der Blüte.
Aufbewahrung: Blätter trocknen.

Verwendung
Küche: Blatt: Junge, zartbitter schmeckende Blätter zerreissen und zu Kräutersalaten geben.
Haushalt: Blatt: Aussieden zu grüner Wollfarbe.
Kosmetik: Blatt: Getrocknete Blätter zu einem Adstringens und als Gesichtsdampfbad gegen unreine Haut aufgiessen. Tee als kalte Kompresse auf entzündete Augen und als Tonikum gegen grosse Poren und Akne. Sommersprossen mit dem Saft der Blätter aufhellen.



Mädesüss (Filipendula ulmaria)


Mädesüss war der Königin Elizabeth I. liebstes Streukraut, und der Botaniker Gerard war der Ansicht, es übertreffe alle anderen Streukräuter, weil es die Sinne entzücke, ohne Kopfweh zu verursachen. Es wurde oft in Kirchen verstreut und in Brautkränze geflochten. Anderer Eigenschaften wegen, die wir nicht mehr kennen, war diese Pflanze – zusammen mit der Mistel, der Brunnenkresse und dem Eisenkraut – den Druiden höchst heilig. Es gibt auch eine goldgefleckte Blattform und F. vulgaris, das 45 cm hoch wird, aber grössere Blüten hat.

Anbau
Standort: Sonne oder Halbschatten.
Boden: Feucht, fruchtbar, alkalisch.
Vermehrung: Im Frühjahr durch Säen, im Herbst durch Zerteilen.
Pflege: 30 cm auseinander setzen oder ausdünnen.
Ernte: Junge Blätter vor der Blüte abnehmen, Blüten ernten, wenn eben aufgegangen.
Aufbewahrung: Blätter und Blüten trocknen.

Verwendung
Küche: Blüte Zum Würzen von Kräuterbier und Wein. Gibt Konfitüren und Kompotten leichten Mandelgeschmack. Blatt Gibt Suppen interessanten Geschmack.
Haushalt: Blühende Spitzen Über Wäsche streuen. Zu gelbgrünem Farbstoff sieden. Blatt und Stengel Zu blauem Farbstoff sieden. Wurzeln Zu schwarzem Farbstoff sieden. Kosmetik: Blüte In Regenwasser eingelegt, ergibt sie ein adstringierendes, tonisches Gesichtswasser.
Aroma: Getrocknete Blüten: Süsser Mandelduft, der mit der Zeit zunimmt. Für Duftschalen.
Gesundheit: Blütenknospen Erste bekannte Quelle von Salicylsäure, aus der später Aspirin synthetisiert wurde. Blüte Als Tee trinken, um den Körper von überschüssigem Wasser zu befreien und Magenbrennen zu lindern, gegen fiebrige Erkältungen und milden Durchfall. Dient auch als mildes Beruhigungsmittel und Schmerzmittel.
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Re: Kräuterwissen

Beitragvon Sheewa » 2. August 2007, 15:26

Sheewa schrieb am 10.05.2006 10:23 Uhr:
Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)

Diese unscheinbare Pflanze birgt grosse Kräfte. Ein einziges kleines Blatt beschleunigt die Verrottung eines Schubkarrens voll rohen Komposts. Wurzelausscheidungen der Schafgarbe lassen Nachbarpflanzen widerstandsfähig gegen Krankheit werden. Heilwirkungen anderer Kräuter werden durch Schafgarbe verstärkt. Auch Schafgarbe selbst wirkt heilend. Schafgarbenstengel galten lange als heilig. Druiden sagten damit das Wetter voraus.

Anbau
Standort: Sonnig. Verträgt leichten Schatten.
Boden: Mässig fett und feucht.
Vermehrung: Durch Aussaat oder Teilen wuchemder Wurzeln im Frühjahr oder Herbst.
Pflege: Ausdünnen oder 30 cm auseinander setzen.
Ernte: Blätter und Blüten im Spätsommer ernten.
Aufbewahrung: Blätter und Blüten trocknen.

Verwendung
Küche: Blatt: Die leicht bitteren, pfeffrigen jungen Blätter fein hacken und zu Salat oder Weichkäse geben. Für Garnituren.
Haushalt: Ganze Pflanze: Verhilft Nachbarpflanzen zu grösserem Widerstand gegen Krankheit und verstärkt ihren Duft und Geschmack. Blatt: Man kann mit einem einzigen, feingehackten Blatt die Verrottung eines Schubkarrens voll Komposts beschleunigen.
Kosmetik: Blüte Aufgebrühte frische Blüten ergeben ein Gesichtsdampfbad und eine tonische Lotion. Tee als Grundlage für Gesichtspackung gegen fette Haut verwenden oder in Entspannungsbad. Blatt Frische Blätter auf Rasierschnitte pressen.
Gesundheit: Blatt Frisches Blatt kauen gegen Zahnweh.



Seifenkraut (Saponaria officinalis)

Es lohnt sich, nach Seifenkraut zu suchen, denn es gibt ein liebliches Gartenkraut ab. Es sondert einen seifigen Saft ab, der sich ausgezeichnet zum Waschen und zur Wiederbelebung feiner Gewebe eignet und wird zu diesem Zweck in Museen verwendet. Es verströmt auch einen köstlichen Duft nach Himbeer-Sorbet mit einem Hauch von Gewürznelke, was zeigt, dass es mit der Nelkenfamilie verwandt ist. Im Mittleren Osten wurde Seifenkraut sowohl zum Reinigen als auch als Heilkraut für Hautprobleme wie Ekzeme, Akne und von Geschlechtskrankheiten verursachte Hauterkrankungen verwendet. Wegen dieser Eigenschaften wurde Seifenkraut im 19. Jahrhundert in den Kräuterfarmen der amerikanischen Shakers gezogen.

Anbau
Standort: Vollsonnig oder Halbschatten.
Boden: Fruchtbar und feucht.
Vermehrung: Im Frühjahr säen. Im Spätherbst oder Vorfrühling Pflanzen teilen oder Stücke der unterirdischen Ausläufer nehmen. Versamt sich selbst.
Pflege: Auf 60 cm Abstand ausdünnen oder verpflanzen. Stengel mit zweigartigen Stecken stützen. Nach der Blüte zurückschneiden, um zweite Blüte zu erzielen. Die Stärke des Dufts hängt vom Standort ab. Nicht neben Fischteichen pflanzen, da die Ausscheidungen der Wurzeln Fische vergiften können.
Ernte: Blüten, Blätter, Stängel und Wurzel im Herbst oder nach Bedarf.
Aufbewahrung: Blüten und Blätter trocknen. Wurzeln in Scheiben schneiden und an der Sonne trocknen.

Verwendung
Küche: Blüte: Auf grünen Salat und Fruchtsalat streuen.
Haushalt: Blatt, Stengel und Wurzel: Mit Regenwasser oder weichem Wasser bedecken (kein chemisch behandeltes Leitungswasser) und 30 Minuten sieden, dann seifige Flüssigkeit zum Wäschewaschen benutzen. Gibt heiklem altem Gewebe neues Leben.
Kosmetik: Blatt, Stengel und Wurzel: In weichem Wasser kochen, abseihen und zur Haarwäsche oder für empfindliche Haut benutzen.
Aroma: Blüte: Mit einem Strauss Seifenkraut ein Zimmer parfümieren.
Gesundheit: Wurzel: Absieden und bei Akne verwenden.
Achtung: Seifenkrautwurzel ist gíftig und sollte nicht eingenommen werden.
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Re: Kräuterwissen

Beitragvon Sheewa » 2. August 2007, 15:27

Sheewa schrieb am 10.05.2006 10:23 Uhr:



Ysop (Hyssopus officinalis)


Das griechische hyssopos leitet sich wahrscheinlich vom hebräischen ezob, Heiliges Kraut, ab, denn mit ihm wurden Tempel gereinigt und Leprakranke behandelt. Plinius erwähnt im l. Jahrhundert einen Wein namens hyssopites. Möglicherweise führten die Benediktiner deswegen im 10. Jahrhundert Ysop in Mitteleuropa ein, um damit Likör zu würzen.

Anbau
Standort: Vollsonnig.
Boden: Leicht, durchlässig, alkalisch.
Vermehrung: Im Frühjahr Wurzeln teilen. Von Frühling bis Herbst Stecklinge nehmen. Art: Im Frühling säen. Pflege: 60 cm (für Hecken 30 cm) auseinander setzen oder ausdünnen. In Gegenden mit mildem Winter nach der Blüte auf 5 cm zurückstutzen, sonst im Frühling. Ysop kann im Haus gezogen werden.
Ernte: Blüten und blühende Spitzen sofort nach dem Öffnen. Blätter nach Belieben.
Aufbewahrung: Junge Blätter und blühende Spitzen trocknen.

Verwendung
Küche: Blüte: In Salate geben. Blatt: Nur kleine Mengen verwenden. Hilft bei der Verdauung fetten Fischs und Fleisches. In die Haut von Wildbret reiben, zu Kaninchenpastete, Nieren- und Hammeleintopf, fetter Pâté, Gemüsesuppe und Hülsenfrüchten. Mit Preiselbeeren in Fruchtsalat. ¼ TL unter die Kruste von Pfirsich- und Aprikosenkuchen geben.
Haushalt: Ganze Pflanze: Zu Kohlköpfen setzen, um Kohlweisslinge wegzulocken. Zu Reben pflanzen, erhöht den Ertrag.
Aroma: Blüte und Blatt: In Duftschale legen.
Gesundheit: Blühende Spitzen: Tee aufgiessen für Kehlkopfbeschwerden, Bronchialkatarrh, Appetitmangel und schlechte Verdauung. Ätherisches Öl in der Aromatherapie gegen Quetschungen. Blatt: Umschläge zur Heilung von Wunden und Quetschungen.
Achtung: während der Schwangerschaft keinen Ysop verwenden.
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