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Erfurt im Winter

Habt ihr Tipps für schöne Reiseziele und gute Unterkünfte? Dann seid ihr hier richtig
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Dank unserer wunderbaren Chefin haben wir nun also die gewünschte neue Rubrik! Danke! :)

Was soll sie enthalten, was soll sie uns bringen?

Der Grundgedanke war, dass wir hier ein paar Reiseberichte/-tipps sammeln. Dass also jeder, der ein lohnendes Ziel bereist hat, dieses hier kurz vorstellt, im besten Falle sogar noch seine Unterkunft benennt und ein paar Ausflugsziele vorstellt. Fotos werden sicherlich auch gern genommen. ;)

Denkt nur bitte daran, dass die Bilder nicht unendlich auf Fremdservern gehostet werden. Wer Fotos über z. B. imageshack einstellt, wird damit leben müssen, dass wir irgendwann nur noch rote Kreuze sehen. ;) Wer also die Möglichkeit hat, das über eine eigene HP oder sonstwie zu lösen, der sollte das tun. :)

Bitte nehmt Ort/Land gleich in die Überschrift auf, damit man den Überblick behält, und vor allem die Suchenden eine entsprechende Orientierung haben.

Also dann, auf die Koffer, fertig - los! ;)

gez. Tigo
  • Autor
    Nachricht

Erfurt im Winter

Beitragvon Walpurga » 24. Dezember 2010, 08:35

Nach einer schrecklichen Bahnfahrt mit nur 4 Wagen statt 10 (und den entsprechenden Reservierungen :roll: ) kamen wir mit knapp 40 Minuten Verspätung in Erfurt an. Mit dem Taxi ging es zum Augustiner Kloster, wo ich zwei Einzelzimmer für die Mama und mich gebucht hatte. Ich mag Klöster, sie strahlen eine Ruhe und Behaglichkeit aus, obwohl sie lediglich Standard-Komfort bieten. Aber gerade das macht es aus, finde ich. Das Augustiner Kloster ist eine bedeutende Luther-Stätte, der Gute hat hier von 1505 - 1511 als Mönch gelebt. Hier begann die Reformation, jawohl! :)) Das Kloster wird bewirtschaftet von einer evangelischen Kommunität, einer Art Frauenorden.

Das Kloster liegt in der Innenstadt, aber doch ruhig gelegen, zu Fuß sind es 10 Minuten bis in die Altstadt. Dorthin machten wir uns auch sogleich auf, durch einen kleinen Park bis zur Krämerbrücke. Von dort über dieselbe, durch die Altstadt hindurch bis zum Domplatz, wo auch der Weihnachtsmarkt stattfindet. Ein unglaublich beeindruckendes Ensemble erwartet den Besucher hier: links der gewaltige Dom, der den Hügel hinaufgebaut ist und rechts die St. Severikirche, die oben auf dem Hügel steht. Wir waren in beiden Gotteshäusern und ich muss sagen, die St. Severikirche hat mir besser gefallen. Sie war zwar genauso eisig wie der Dom, aber dennoch anheimelnder.

Nach einem Bummel über den Weihnachtsmarkt mussten wir uns erstmal aufwärmen und fanden ein Café mit offenen Heizungen, an denen wir Füße, Hände, Handschuhe, Kopfbedeckungen ... aufwärmten. Nebst heißem Tee von innen.

Abends gingen wir in den Dom, wo Orgelmusik stattfinden sollte. Leider hatte ich das aber missverstanden, das war eine Abendmesse mit immerhin 7 Pfarrern! Da meine Mutter mit dem Bodenpersonal der Kirche so ihre Schwierigkeiten hat und die Katholiken ihr ohnehin fremd sind, sind wir wieder gegangen und haben uns draußen auf die Stufen gestellt mit einem heißen Punsch in der Hand und das zauberhafte Bild des Weihnachtsmarktes von oben genossen. Essen waren wir im Faustus, das war gut und lecker und reichhaltig. Wir hatten Glück, noch einen guten Platz zu bekommen.
Mittags hatten wir schon die berühmte Thüringer Bratwurst gegessen, die einfach nur superlecker ist.

Am nächsten Morgen wurde ich geweckt von einem zarten Glockengebimmel. Erst war ich orientierungslos, aber dann fiel mir ein, dass um 7 Uhr sich die Schwestern zur Morgenandacht versammeln und Besucher willkommen sind. Also zog ich mir schnell was an und ging in den Kapitelsaal. Naja, meins ist das nicht, dieser Singsang von Texten gibt mir nichts. Ich mag lieber schmissige Melodien, davon hab ich mehr. Nach dem Frühstück besuchten meine Mutter und ich den evangelischen Gottesdienst im Kloster. Der wurde auch von der Kommunität gehalten und die Frau, die ihn zelebrierte, ist eine Pfarrerin ganz nach meinem Geschmack: weltoffen, offen, kommunikativ, spirituell, ganz viele gute Gedanken, die sie auch formulierte, energisch und tief im Glauben verankert. Es war eine reine Freude, an diesem Gottesdienst teilzunehmen.

Anschließend machten wir nochmal einen Altstadt-Spaziergang, schlenderten nochmal über den Weihnachtsmarkt und gingen schließlich nochmal Thüringer Bratwurst essen, dieses Mal aber nicht aus der Hand am Stand, sondern in einem alten, wunderschönen Lokal, dessen Namen ich leider schon wieder vergessen habe, das sich aber am Ende der Krämerbrücke an der Kreuzung Benediktsplatz/Michaelisstraße befindet.

Danach holten wir unser Gepäck, das Taxi kam pünktlich und wir machten uns auf die Heimreise: Verspätung, 4 Wagons statt 10, Reservierungen aufgehoben, brechend voll, alles furchtbar. Aber trotz allem hatten wir Glück mit unseren unmittelbar Mitreisenden, so dass dieser Transport trotz allem noch freundlich verlief.

Mein Fazit: Erfurt ist auf jeden Fall eine Reise wert. Ich war nun zum dritten Mal da und kann unbedingt empfehlen, auch im Sommer hinzufahren, man hat dann auf jeden Fall einen schöneren Blick auf die ganzen kleinen Plätze, die jetzt von verstreuten Weihnachtsmärkten besetzt waren. Auch ein Aufstieg auf den Petersberg oder gar ein geführter Spaziergang bei Fackelschein ist zu empfehlen. Ich mag Erfurt. :)

Und hier gibt es Bilder von Erfurt.
Viele Grüße - Walpurga

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Re: Erfurt im Winter

Beitragvon Tigo » 26. Dezember 2010, 00:45

Erfurt muss ich auch unbedingt sehen, ich würde allerdings auch den Sommer bevorzugen. ;) Bis Weimar hab ich es schon geschafft, aber Erfurt noch immer nicht, obwohl ich seit Jahren hin will.

Ich werde den Bericht zur Mahnung nehmen! ;)
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Re: Erfurt im Winter

Beitragvon der gatte » 26. Dezember 2010, 18:54

Schöner Bericht und tolle Fotos! :]
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