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Maria Gräfin von Maltzan:

Beitragvon Nina » 4. August 2007, 10:09

Nina-81 schrieb am 21.08.2006 14:39 Uhr:
Kurzbeschreibung von Amazon:

Maria Gräfin von Maltzan war eine Rebellin: Bigotterie und überlebte Konventionen verachtete sie. Gegen den Willen ihrer Mutter machte sie Abitur und studierte ab 1928 Naturwissenschaften. Während des Krieges riskierte sie unzählige Male ihr Leben, um verfolgten Juden zur Flucht zu verhelfen. Ihren jüdischen Lebensgefährten versteckte sie bis zur Kapitulation in einer eigens konstruierten Bettcouch. Und so wie sie ist, schreibt sie: unprätentiös, verblüffend und freimütig. »In meiner schlesischen Heimat gibt es das schöne Wort ›Besser kurz gelebt und gut‹. Dem habe ich nicht entsprochen, aber eins kann ich sagen: Ich habe mich keine Minute gelangweilt.«

Auszug:

"Exzellenz müssen sich noch mal bemühen

Meine Entstehung verdanke ich einer Katastrophe. An einem Herbstabend des Jahres 1906 ging meine Mutter in großer Abendtoilette vom Arbeitszimmer meines Vaters, das unter der westlichen Kuppel von Schloß Militsch lag, durch die Galerie in Richtung Speisesaal, als ihr ein Diener mit einer Petroleumlampe entgegeneilte, um ihr zu leuchten, und auf einer kleinen Brücke ausrutschte. Auslaufendes Petroleum setzte in Sekundenschnelle das Kleid meiner Mutter in Brand, während der Diener vor Entsetzen wie gelähmt dastand und den ganzen Inhalt des Lampentanks weiter in die Flammen goß. Die panischen Schreie meiner Mutter alarmierten meinen Vater und den Haushofmeister, die herbeistürzten und mit ihren Fräcken die Flammen erstickten. Meine Mutter raste daraufhin die Treppe zu ihrem Boudoir hinauf und rief noch dem englischen Kinderfräulein zu: »Miss, Miss, man hat mich verbrannt!« Als sie ihr die Seidenstrümpfe auszog, ging an den Beinen die gesamte Haut mit ab.

Für die medizinische Betreuung des Zweieinhalbtausend-Einwohner-Städtchens Militsch und der angrenzenden riesigen Landbezirke waren damals zwei Ärzte zuständig, ein jüdischer Arzt und ein gewisser Dr. Trotschmann, der bei Kinderkrankheiten wie Masern und dergleichen zugezogen wurde, zumal bei schwereren Erkrankungen die Kinder ohnehin nach Breslau gebracht wurden. Weil er eben am Ort war, ließ mein Vater Dr. Trotschmann..."

http://www.amazon.de/gp/product/3548209 ... e&n=299956


Meine Meinung:
Die Autobiografie einer hochinteressanten Frau mit einem sehr bewegten Leben. Hochinteressant! Sehr gut geschrieben, mit stellenweise viel Humor.

Interessant auch - Wikipedia über die Gräfin:
http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Gr%C ... on_Maltzan
Viele Grüße von Nina!
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Nina
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